Lesetipps

Rückblick 2018 & Vorsätze 2019

Am Jahresende ist oft Zeit für Reflexion und Rückblick. Zu Jahresanfang folgen dann die guten Vorsätze. Ein paar Gedankengeänge, Ideen und Erfahrungen teile ich heute … 

Die Periode

Ein wichtiges Thema für mich in 2018: Offenheit und Kommunikation. Und dann kam ooshi. Ooshi ist ein Start-Up aus Berlin, gegründet von zwei Frauen. Die Idee „Deutschlands erste waschbare Periodenunterwäschen- eine nachhaltige und komfortable Alternative zu Tampons und Binden. Als ich in einer Instagram-Story (höchstwahrscheinlich bei einhorn.period) davon hörte, war ich sofort verliebt und unterstützte die Kickstarter Kampagne. Mit mir übrigens Hunderte – insgesamt sammelten die zwei Frauen schlappe 47.555€ ein.

Die Unterhosen sehen schick aus und es gibt sie in unterschiedlichsten Größen. Und warum berichte ich jetzt davon? Was hat das alles mit Offenheit oder Kommunikation zu tun? In meiner Familie kam aufgrund der ooshi Verpackung an Weihnachten ein Gespräch zum Thema Periode auf: „Was ist denn das für ein schönes Blatt?“, ich „Das ist eine Verpackung, für eine Unterhose, die während der Periode als Alternative zu Tampons getragen werden kann“ und schon hieß es „Das ist ja klasse! Ich probiere seit Jahren free bleeding – ich wurde mal von einer Marathonläuferin dazu inspiriert…“ weiter ging es mit „… ich nutze nur Binden. Einmal lief ich komplett aus, da wusste ich noch nicht, dass ich Zysten hatte…“! Ob man es glauben mag oder nicht, in meiner Familie wurde zuvor nicht über die Periode gesprochen. Manchmal braucht es eben einen kleinen Impuls, um offen über Themen reden zu können.

Wer noch mehr Tipps, Hintergundinfos oder neue Produkte rund um das Thema Periode braucht, dem kann ich einhorn.period nur ans Herz legen (siehe z.B. dieser Blogbeitrag).

Das Alter

Ein weiteres Thema, das mich im letzten Jahr umtrieb: Alt werden bzw. alt sein, Generationenwechsel, Pflege. Warum ausgerechnet in dem letzten Jahr? Nicht zuletzt, weil meine Großeltern in 2018 den Schritt gewagt haben und in ein betreutes Wohnen gezogen sind. Durch Zufall hatte ich vor ihrem Umzug noch Robert Seethalers Buch „Ein ganzes Leben“ gelesen, ein Zitat aus dem Buch ließ mich nicht mehr los „Er dachte daran, dass er die Gegend […] nur ein einziges Mal verlassen hatte, nämlich um in den Krieg zu ziehen.“ (S. 179). Ich dachte dann daran, dass mein Großvater seine Gegend nur wegen des Krieges verlassen hatte, er musste fliehen. Und nun, im Alter, war es wieder nicht die eigene Motivation, die ihn dazu bewegte, umzuziehen. Es gab vielfältige Gründe, letztlich sprach vieles für den Umzug – vor allem auch meine Oma.

Beim Umzug selbst habe ich erstmals viele Aufgaben übernehmen dürfen. Ich habe die Wohnung geputzt, jedes einzelne Teilchen der Porzellansammlungen gemeinsam mit meiner Oma einsortiert – sie saß auf dem Sessel, ich zeigte ihr ein Teil und sie sagte mir, wohin damit. Wir kamen über die Vergangenheit und über viele kleine Details ihres Lebens ins Gespräch. Ich hatte lange keinen so intensiven Kontakt mehr mit meiner Oma  – meine Besuche sind mittlerweile einfach oft zu kurz, der Großvater übernimmt oft das Wort.

Und so kam ich auch über Silvester mit Freund*innen ins Gespräch: Alle ziehen weg, reisen in die große Welt. Doch wer kümmert sich im Alter eigentlich um die Eltern? Die wollten immer gern, dass wir Kinder uns abnabeln, unabhängig unsere Wege gehen. Langsam wird bei der Elterngeneration allerdings auch eine Angst spürbar. Aber: Wie frei kann eigentlich über das Thema „Alter“ in der Familie geredet werden? Wie werden eigene Bedürfnisse oder auch Ängste zum Thema geäußert? Wir müssen auch hier das Gespräch suchen.

Vielleicht ein Impuls: Voraussichtlich kommt im August 2019 der Film „When I’m 67“ auf die Leinwand – ich bin sicher, der schafft eine positive Basis für einen Gesprächseinstieg.

Vorsätze mit Methode

Vorsätze schreibe ich seit dem letzten Jahr auf – das entlastet den Kopf. In 2018 habe ich bereits die Methode „Level 10 Life“ genutzt. Ich habe mir dabei 10 wichtige Bereiche meines Lebens rausgesucht und SMART-Ziele für diese formuliert (SMART steht für: spezifisch, messbar, aktionsorientiert / attraktiv, realistisch, terminiert). Das habe ich für dieses Jahr wiederholt. Je präziser die Ziele, desto motivierter bin ich und desto eher werden diese auch umgesetzt. Ein paar Ziele erfülle ich direkt im Januar, das gibt positive Startenergie – diese Methoden klappen nicht bei jede*m, ein Versuch ist es allerdings wert.

Außerdem habe ich im letzten Jahr alle – wirklich jede – Kleinigkeit aufgeschrieben, die positiv war bzw. in mir Freude ausgelöst hat. Getreu dem Motto: Das Negative vergesse ich ohnehin nicht, Fokus auf das Positive. Es hat wirklich geholfen und ich empfehle es jeder*m! Stift und Buch liegen immer an meinem Nachtisch. Das Aufschreiben ist eine Gewohnheit geworden im letzten Jahr. Je regelmäßiger ich aufschreibe, desto leichter und schneller geht es von der Hand. Probiert es aus! In mir hat es viel Energie ausgelöst. Die Idee entstand übrigens am Silvesterabend 2017/2018, als Freunde während eines Spiels mein vergangenes Jahr einschätzen sollten – und (für mich überraschender Weise) viel bessere Noten vergaben als ich selbst. Dieser Selbstbild-Fremdbild-Abgleich tat gut und zeigte mir, wie sehr ich die positiven Punkte im kritischen Nebelwald meines Kopfes verblassen.

Zu guter Letzt: Ich versuche mir jedes Jahr einen Brief an mein zukünftiges Ich zu schreiben. Das ist eine Tradition, die ich seit meinen Kindertagen und den Büchern von Lucy Maud Montgomery (Anne auf Green Gables) pflege. In diesem Jahr habe ich es noch nicht geschafft, aber ich arbeite daran. Auch hier: Probiert es. Oft vergesse ich tatsächlich über das Jahr, was ich mir eigentlich selbst gewünscht habe und bin immer wieder überrascht, wenn ein Brief eintrifft. Am meisten Spaß machen natürlich die Briefe aus der Jugend (aber in 10 Jahren, freue ich mich sicher auch über die von heute)…

Schickt mir gern eure Rückblicke, Gedanken oder Ideen für das Vorsätze-schmieden. Ich bin gespannt und freue mich, wie immer, über Feedback.

Beitragsbild ©ooshi-berlin.

 

 

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