Die flotten Drei – Gleichberechtigung, Rechtsform, GfK

Was für ein großartiges Wetter – ich hoffe, ihr lest diese Highlights der letzten Woche erst, wenn wieder der Regen auf uns niederprasselt. Los geht’s:

#1 Why we matter

Ich glaube, das ist jetzt schon mein Buch des Jahres. Politologin und Aktivistin Emilia Roig schreibt in „Why we matter – Das Ende der Unterdrückung“ über Privilegien dominanter gesellschaftlicher Gruppen. Es geht um die Gleichberechtigung aller, um Gerechtigkeit. Es geht „um den Wechsel des Blickwinkels, stärker noch, um die Dekonstruktion dessen, was viele weiße Menschen als „Normalität“ annehmen (taz). Ich finde die Mischung aus Statistiken, Studien und persönlichen Erfahrungen sehr bereichernd. Es gibt Einblicke in so viele Bereiche des Lebens – Schule, Medien, Gericht, Arbeit … Ich habe das Buch besonders langsam gelesen und es gleichzeitig verschlungen – wenn das denn möglich ist. Ich glaube, mein rosa-Marker kam in einem Buch noch nie so oft zum Einsatz. Solidarisiert euch …

Zum Buch

#2 Neue Rechtsform

Die Stiftung Verantwortungseigentum organisierte am vergangenen Mittwoch eine Veranstaltung zur neuen Rechtsform mit Politikern wie Habeck, Lidner, Scholz, Merz und Laschet. Moderiert wurde das ganze von Cordelia Arnolds-Röders (spannende Gedanken dazu gibt’s im Faustdick Podcast). Die Forderung, die u.a. Dr. Lena Marbacher und Verena Pausder vorstellten: Eine Gesellschaft mit gebundenem Eigentum. Mittelstand sowie Startups sprechen sich für die neue Rechtsform – als eine Ergänzung zu den bestehenden Rechtsformen (nicht als ein „anstelle von…“) aus. Warum? Die neue Rechtsform „soll ermöglichen, dass Unternehmensvermögen langfristig an die Firmen gebunden werden und zum Beispiel auch Mitarbeiter das Unternehmen fortführen können. Sie soll einerseits Nachfolge auch außerhalb der Unternehmerfamilie erleichtern, andererseits aber auch Start-ups eine langfristige Tätigkeit ermöglichen, ohne aufgekauft zu werden“ (Handelsblatt). 57% der Familienunternehmen sprechen sich dafür aus – die Nachfolgeregelung könnte so einfacher geregelt werden, wenn sich kein Familienmitglied findet, dass das Unternehmen leiten möchte. Außerdem, so Verena Pausder, können Unternehmen zeigen, dass sie ein langfristiges, nachhaltiges Geschäftsmodell etablieren wollen – ohne sich Jahrzehnte beweisen zu müssen und ohne Stiftung zu werden und somit an unternehmerischen Gestaltungsspielräumen zu verlieren (weil der einmal definierte Stiftungszweck es manchmal nicht erlaubt auf Veränderungen am Markt zu reagieren).

Und was meint die Politik dazu? „Die einen – Union und FDP – waren am Dienstag bei der Debatte um moderne Unternehmensformen bei der Stiftung Verantwortungswirtschaft dabei, weil man im Wahljahr schlecht abseits stehen kann, wenn Zukunft diskutiert wird. Die anderen – Grüne und SPD – waren dabei, weil sie das Projekt wollen. (…) Noch nie hat man drei Parteivorsitzende, zwei K-Kandidaten und einen Aspiranten auf ein Regierungsamt so leidenschaftlich über ein so sperriges Thema wie Gesellschaftsrecht debattieren hören. Und selten war danach so klar, wo man das Kreuzchen bei der Bundestagswahl im September machen müsste, wollte man das Unternehmertum im 21. Jahrhundert nachhaltiger machen.“ (SZ)

Aber ich bin keine Expertin, also schaut / hört / lest doch mal rein …

Die Veranstaltung nochmal schauen

Allensbach Studie zur neuen Rechtsform

#3 Gewaltfreie Kommunikation im Podcast

Ich tummle mich aufgrund unserer eigenen Crowdfunding Kampagne gerade viel auf startnext umher und habe nun auch deren Podcast „Gute Ideen“ entdeckt. Georg Tarne, Gründer von Soulbottles und jetzt Trainer/Berater bei dwarfs and Giants, spricht in der aktuellen Folge über Gewaltfreie Kommunikation und die Frage „Wie arbeiten wir gewaltfrei?“. Ich durfte Georg schon in einem Training und einer „Clear-the-air“-Session (quasi Konflikte im Team besprechen) persönlich kennen lernen und schätze seine Arbeit. Für mich ist Gewaltfreie Kommunikation nicht nur notwendig, um selbstorganisiert zu arbeiten, sondern um langfristig gute Beziehungen zu anderen Menschen aufzubauen. Außerdem gehts im Podcast auch nochmal kurz um Verantwortungseigentum und um ein neues Regelwerk zu New Work. Reinhören lohnt sich.

Zum Podcast

Bis zur nächsten Woche. Sonnige Grüße

Desiree

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