Die flotten Drei – Stellenausschreibungen, Journalismus, Schwangerschaft

Diese Woche war wieder anstrengend. Ich war auf einer Beerdigung, habe mich über pinky gloves und noch mehr über sexistisches Funding aufgeregt. Solltet ihr von dem pinken Aufreger nichts mitbekommen haben – schaut mal das Statement von ooia an und lest bei Tijen sowie Kristina über sexist Funding.

#Sprache in Stellenausschreibungen

Ich habe in der vergangenen Woche ein 20-minütiges Webinar zum Thema Sprache in Stellenausschreibungen geschaut. Eine Studie zeigt, dass 70% der Stellenausschreibungen (bzw. 92% im MINT-Bereich) so formulier sind, dass sie abschreckend auf Personen mit diversem Hintergrund wirken. Abschreckend sind dabei Begriffe wie „Wir sind alle leistungsbewusst“, „Wir sind ein junges und dynamisches Team“ oder „Du bist analytisch“. Für manche von euch sicher nichts Neues, aber immer wieder relevant: Männer bewerben sich, wenn sie 40-60% der Anforderungen einer Stellenausschreibung erfüllen, Frauen bewerben sich erst, wenn sie 90-100% erfüllen. D.h. je mehr Anforderungen in einer Stellenausschreibung stehen, desto höher wird die Wahrscheinlichkeit, dass sich Frauen nicht bewerben. Problem erkannt, aber wie das Problem nun angehen? Ganz einfach: Inklusive Sprache. Aber wie? – Im Webinar wird dafür eine Web-App vorgeschlagen (mit 7 Tage Gratis-Test; ich habe es selbs noch nicht ausprobiert!). Darüber hinaus, empfehle ich euch, mal die Jobausschreibungen der genannten Kund*innen anzuschauen.

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#Journalismus, dem ich vertraue

Diese Woche berichtet Jan Böhmermann im ZDF Magazin Royale über Klatschpresse. Mich hat schockiert, dass die Freizeit Revue 500.000 Exemplare pro Woche verkauft. Wo ist das Problem? „Wenn ein schnell hingehauener Text ‚Mit dieser Skandalbeichte hätte keiner von Lenas Instagram Fans gerechnet‘ am Ende (…) mehr Geld generiert wie eine aufändig recherchierte Reportage aus dem Ausland, dann ist relativ klar, welche Art von Geschichten mehr werden und welche weniger.“ (s. hier). Damit das nicht passiert, empfehle ich euch heute Journalismus, dem ich vertraue: krautreporter. krautreporter ist ein unabhängiges Online-Magazin, das komplett von seinen Leser*innen getragen wird. Die Artikel sind zu unterschiedlichsten Themen und für viele Gemütslagen: Gute Nachrichten eines jeden Monats – die vermutlich keiner mitbekommen hat, Mehr als nur Sex, der Krieg im Norden Äthiopiens verständlich erklärt.

Und kleiner Zusatz, weil gerade im Buch „Why we matter“ von Emilia Roig gelesen „Die Medien informieren uns nicht, sondern ‚formen‘ uns. Sie verbreiten die herrschende Vorstellung von der Welt und von uns selbst.“ (S. 139). Sehr viel Wahres dran, auch wenn ich den Begriff die Medien nicht mag.

Zu den krautreporter*innen

#Nicht nur Mütter waren schwanger

In der letzten Woche habe ich an der virtuellen Veranstaltung „Kinder wollen“ von Frauenmacht teilgenommen. U.a. sprach Cordelia Röders-Arnold über ihren Kinderwunsch, die Behandlung bei der Kinderwunschklinik und ihre Fehlgeburt. Außerdem wurde von der Dr. Jasmin Passet-Wittig die „Zwei Kind Norm“ angesprochen. Themen wie Eizellenspende und Leihmutterschaft wurden diskutiert; es wurde nach einem besseren Wort als „Kinderwunsch“ gesucht – bisher erfolglos. Und warum? Weil es viele Perspektiven auf die „vermeintlich natürlichste Sache der Welt gibt“ und diese oft unerhört bleiben. Seitdem ich das Buch „Nicht nur Mütter waren schwanger“ von Alisa Tretau in meiner Schwangerschaft geschenkt bekam, verschenke ich es quasi an jede Person, mit der ich über das Thema Schwangerschaft/Elternrollen ins Gespräch komme. Ein Must-read. Also müsst ihr lesen.

Zum Buch (in eurer lokalen Buchhandlung)

Dann kommt mal gut rein in die neue Woche! Lasst mir gern Feedback da. Bis zur nächsten Woche

Desiree

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