Meetups & Veranstaltungen - Eindrücke

Unfuck the World Meeting

Die Berliner Organisation einhorn hat im Juli diesen Jahres ein Event der anderen Art organisiert das „Unfuck the World Meeting„. Hintergrund: Seit Jahren versucht einhorn die Wirtschaft zu „unfucken“, aber die Situation hat sich verschlechtert, v.a. in Bezug auf Klimakrise und Ungleichheit. Das schlimmste: Die meisten Politiker*innen und Unternehmen befinden sich noch in der Phase der „Verleugnung“. Daher haben Sie im Juli eine Art Think Tank in der Markthalle IX in Berlin organisiert – gemeinsam mit den Teilnehmenden möchten Sie am Status Quo drehen und unterschiedliche Disziplinen zusammen bringen. Unfucken geht nicht allein!

unfuck-meetingZu unterschiedlichen Themen gab es in der Markthalle, was es eben in einer Markthalle gibt: Marktstände und zwar u.a. zu folgenden Themen:

  • Wirtschaft, Politik, Bildung, Wissenschaft, Kunst, Media, Fashion, Sport, Mobility, Food, Klima, Ungleichheit, Rassismus, Banking

Insgesamt gab es 22 Stände – ein paar weitere entstanden im Laufe des Abends spontan. Jeder Marktstand wurde von Expert*innen zum Thema betreut. Je Marktstand gab es Fragen, die Expert*innen und Teilnehmende in den Austausch zu aktuellen Herausforderungen bringen sollten.

Meine Highlights

#unfuckfashion

unfuck-fashionHier waren es vor allem die Fakten: Durch die „Fast Fashion“ (also Sachen kaufen und nach kurzer Zeit wieder aussortieren oder gar wegschmeißen) entstehen ca. 92 Mio Tonnen Abfall im Jahr. 522 Millionen Mikrofaser kommt durch unsere Kleidung jährlich in die Ozeane – das macht 35% des Mikroplastiks in den Wässern unserer Welt aus.

Fazit: Versucht faire Fashion (mittlerweile gibt es zahlreiche Anbieter*innen wie jyoti, armed angels, JAN’N JUNE) zu kaufen, schmeißt eure Kleidung nicht weg sondern macht Tauschparties mit Freund*innen und/oder kauft Second Hand!

#Interview mit Victoria van Violence & Louisa Dellert

Victoria van Violence und Louisa Dellert sind bekannte (care-) Influencerinnen, die sich mit Themen wie Nachhaltigkeit, Depressionen, Klima, veganer Ernährung und Politik befassen. Auf dem Unfucking the World Meeting erzählen Sie im Interview, welchen sogenannten „Shitstorms“ sie manchmal ausgesetzt sind:

unfuck-interview-victoria-van-violenceIch habe früher für Fitnessshakes […] Werbung gemacht. […] Es ist krass, wie sehr sich die Leute dafür hassen, wenn du auf einmal etwas Sinnvolleres tust und dass Sie jedes kleine Haar in der Suppe suchen, wenn du irgendwas falsch machst.“ Louisa Dellert

Victoria van Violence schildert noch ein Beispiel: Sie hätte am Tag vorher ein Bild eines Tampons gepostet. Sie hätte hunderte böser Nachrichten erhalten im Sinne von „immer auf Nachhaltig tun, aber Tampons benutzen, die sind auch nicht gut für die Umwelt“. Die Nutzer*innen hätten von ihr die Verwendung des Cups (ein nachhaltigeren Periodenprodukt, da nicht nur Ein-Mal-Nutzung) verlangt. Sie hat sich letztlich dafür gerechtfertigt, warum es eben nicht der Cup geworden ist – aus persönlichen, negativen Erfahrungen. Außerdem hat sie darauf verwiesen, dass sie den Tampon wegen der Verpackung, auf der „Tampons rein – Nazis raus“ stand, gepostet hätte.

Das Ende vom Lied: Menschen die Gutes tun, müssen es perfekt tun oder es ganz lassen. Ein stetiges Probieren reicht nicht.

Wenn man sagt: Man macht alles Scheiße, dann ist das Gesellschaftlich in Ordnung.

Lasst uns das unfucken! Lasst uns auf den Weg gehen – es muss nicht gleich alles perfekt sitzen. Kleine Schritte…

#Interview mit Kristina Lunz

Kristina Lunz ist Mitbegründerin und Deutschlanddirektorin des Centre for Feminist Foreign Policy und Beraterin für das Auswärtige Amt. Sie wurde ebenfalls auf der Hauptbühne interviewt, einer ihrer Sätze hat es wohl in viele Köpfe geschafft:

„Wir sollten davon Abstand nehmen, gemocht werden zu wollen. Wenn wir etwas besser machen wollen, bedeutet das, den Status Quo zu verändern. Und damit macht man sich nun mal bei vielen Leuten unbeliebt.“

#Botschaft

unfuck-meeting-einhornZum Abschluss rief Luisa Neubauer (deutsche Klimaaktivistin) noch zum gemeinsamen Klimastreik auf. Damit bildete Sie den Bogen zur Botschaft des Abends: Werdet aktiv! Jede*r einzelne! Und zwar jetzt! Wie? Kleine erste Schritte wären: Konto bei der gls-Bank oder bei we.are.tomorrow, faire Kleidung kaufen, statt Google ecosia als Suchmaschine nutzen (die pflanzen Bäume während ihr das Web durchsucht, wie ihr eure Standardsuchmaschine ändert?: Webseite öffnen –> auf „Einstellungen“ klicken –> „Suche“ klicken –> Standardsuchmaschine ändern). Oder natürlich mitstreiken.

#Olympiastadion

Was soll jetzt das Olympiastadion in diesem Blogartikel? Richtig: Das nächste Unfuck the World Meeting soll im Sommer nächsten Jahres im Berliner Olympiastadion stattfinden. Die einhorns planen hier gerade groß: Sprechen mit Veranstaltungsunternehmen und werden dann (sofern denn alles gut geht) eine Crowdfunding-Aktion in die Gänge bringen. Warum ausgerechnet im Olympiastadion? Dort könnten etwa 100.000 Menschen teilnehmen – genug Menschen, um wirklich etwas in Bewegung zu setzen (es wären beispielsweise Unterschriften-Live-Sammlungen für Petitionen möglich). Mehr zur Idee hört ihr u.a. im Hotel Matze Podcast mit Matze Hielscher und Philip Siefer.

Ich freue mich über Kommentare und Reaktionen und entschuldige mich für die lange Sommerpause.

 

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