Meetups & Veranstaltungen - Eindrücke

Das „Wir & Ich“ in der Selbstorganisation

Hin und wieder treffen sich in Berlin Organisationen, die sich auf den Weg in die Selbstorganisation gemacht haben, um sich über Spannungen, Konzepte und Ideen auszutauschen. Bei einem letzten Treffen in Berlin wurde das Thema „Ich im Wir – wie groß ist das wir, wie groß darf das ich sein“ besprochen.

Für mich schließt sich das Thema sehr gut an den Aufstellungsworkshop und die Frage: „Dient die Organisation den Mitarbeitenden oder die Mitarbeitenden der Organisation“ an.

Teilen möchte ich zum einen diese Übersicht der Spannungen, die in Teams und Gruppen vorkommen (geht doch in euren Teams mal durch – auf welche Spannungen stoßt ihr? Welche rauben am meisten Energie?):

spannungen-selbstorganisation.png

https://blog.p2pfoundation.net/neotribal-emergence/2016/09/05

Außerdem teile ich gern meine bunte Sammlung weitere Reflexionen bzw. Fragen, die vielleicht auch für eure Organisationen als Denkanstöße dienen können:

Wir & ich – klare Grenzen?

  • es sollte kein Versus zwischen wir und ich stehen
  • Metapher des Klosters als eine Beschreibung von „Wir und Ich“: gemeinschaftlicher Ort von dem aus jede*r losziehen kann (so beispielsweise bei Dark Horse genutzt)
  • Der Purpose (Sinn) einer Organisation kann als Klammer und somit als Grenze dienen (alles, was Einzelne außerhalb des Purpose machen, gehört nicht zum Wir)
  • eine Regel in Bezug auf die Limitierung von „Ich“ könnte sein: wenn es nur eine Person im Unternehmen kann, wird es aus Risikogründen (falls Person ausfällt) nicht ins Portfolio aufgenommen (z.B. Yoga unterrichten) bzw. wird eine weitere Person in der Kompetenz geschult
  • Wir und Ich sind bei dem Weg in die Selbstorganisation (und vermutlich auch sonst) in einer Pendelbewegung (es gibt immer mal mehr „Wir“ und mal mehr „ich“ Bedarfe innerhalb einer Organisation) – hier auch der Hinweis auf die Pendelbewegungen bei Spiral Dynamics zwischen umfeldorientiert und individuumsorientiert

Spannungen, Konflikte & Wertschätzung?

  • Es gibt Spannungen beim Gehalt (wie viel Ressourcen stellen wir für die Arbeit am Wir – also für interne Arbeit – zur Verfügung?)
  • „Legitimität“ von individuellen Bedürfnissen im Wir: Wie viel ist zu viel? Wie viel darf ich andere bzw. das „Wir“ belasten?
  • Wertschätzung für Arbeit intern und Arbeit mit Kunden kann unterschiedlich ausfallen – auch hier gibt es Spannungen und es wird wichtiger, sich selbst auch regelmäßig zu feiern
  • Debatte: Sind Individualerfolge noch notwendig oder braucht / soll es nur Teamerfolge geben?
  • Individuelles Feedback mit der Frage nach: deine Highlights, deine Weiterentwicklungspotenziale, darum machst du XYY (die Organisation) zu etwas Besonderem
  • Arbeit an dem Ich: Gibt es eine Feedbackpflicht? Wie oft? Wie lange? Von wem erhalte ich Feedback?
  • Zu wenig „Ich“ als Risiko, denn wenn ich mich selbst verliere, kann ich zu keinem wir beitragen
  • Welche Räume braucht die Organisation für zwischenmenschliche Beziehungen und individuellen Austausch?

Ich hoffe, diese Reflexionen geben euch Impulse. Bei Fragen – meldet euch gern (nicht, dass ich dann eine Antwort hätte). Viel Freude beim Denken und Diskutieren.

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