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Impulse für die Praxis

Brainstorming – Impulse für eine erfolgreiche Ideenentwicklung im Team

Wenn das Wort „Brainstorming“ in einem Meeting fällt, rollen die einen mit den Augen, die anderen verschränken ihre Arme und lehnen sich zurück – so richtig Energie kommt bei diesem Wort nicht mehr auf. Verständlich, denn oft führt Brainstorming nicht zu einem Berg an kreativen Ideen, sondern zu endlosen Diskussionen, die ins nichts laufen.

In diesem Blogbeitrag, den ich für denkmodell geschrieben und dort erstmals veröffentlich habe, gebe ich Impulse, damit Ihr nächstes Brainstorming nicht im Sande verläuft.

Was ist Brainstorming eigentlich? Brainstorming ist eine Kreativitätstechnik, also eine Methode zur gezielten Förderung der Ideenentwicklung. Diese kann individuell oder aber im Kollektiv angewandt werden.

Spielregeln – Prinzipien für ein erfolgreiches Brainstorming

Zunächst achten wir (meine Kolleg*innen von denkmodell & ich) zu Beginn einer jeden Brainstorming-Einheit darauf, die Spielregeln klar zu ziehen. Folgende Prinzipien sind dabei für uns wichtig:

© denkmodell GmbH
  • Kritik zurückstellen! Schlechte Ideen werden im Prozess ohnehin aussortiert. Kein Grund es sofort zu tun, das behindert den kreativen Ideenfluss.
  • Auf den Ideen anderer aufbauen! Sagen Sie „ja und“ zu den Ideen anderer statt „nein, aber“ bzw. „ja, aber“ (wie beim Improvisationstheater), lautet die zentrale Regel, damit ein kreativer Fluss entstehen kann
  • Quantität statt Qualität! Bekom   men Sie erst einmal alle Ideen aus dem Kopf. Je mehr Ideen an der Wand, desto besser. „You first need a hundreds of ideas for one idea to be brilliant!”
  • Wild sein! Denken Sie radikal und unkonventionell, seien Sie utopisch, so kann am ehesten eine Innovation mit hohem Neuigkeitsgrad entstehen!
  • Auf ein Thema fokussieren! Konzentrieren Sie sich auf die Fragestellung bzw. das Thema.
  • Nur einer spricht! Lassen Sie sich gegenseitig ausreden.
  • Visuell arbeiten! Bei einer Wand voller Ideen verliert man schnell den Überblick, Bilder helfen an dieser Stelle. Visualisieren Sie so viel und oft Sie können – es geht hier nicht um Perfektion, sondern Wiedererkennungswert und Erinnerungsstützen.

Diese Spielregeln versuchen wir durch sogenannte „Warm-ups“ auch erlebbar zu machen. Beispielsweise die Punkte „Kritik zurückstellen“ und „Auf den Ideen aufbauen“: Die Teilnehmenden stehen im Kreis und bekommen von uns die Aufgabe, eine Party zu planen. In der ersten Runde sollen die Teilnehmenden der Reihe nach eine Idee sagen und dabei auf die Idee des Vordermanns/fraus mit „Ja, aber“ antworten, in der zweiten Runde dann mit „ja, und“. Danach lassen wir die Teilnehmenden reflektieren „Was war anders? Wie hat es sich angefühlt? Was wollt Ihr für Eurer eigenes Brainstorming beachten?“.

Neben den Prinzipien noch ein paar Hinweise zum Ablauf

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© denkmodell GmbH

Mit goldenen Regeln sind wir bei denkmodell sparsam, eine gibt es aber doch: Beim Brainstorming in Teams oder Gruppen immer mit dem stillen Brainstorming („silent brainstorming“) beginnen. Dabei schreibt jede/r Teilnehmende im Stillen (ohne mit anderen zu sprechen) Ideen auf. So holen wir erstmal individuell alle Ideen raus aus den Köpfen und verhindern Verzerrungen durch (ggf. dominantes Einbringen von) Ideen anderer. So werden auch die Ideen eher zurückhaltender Teammitglieder gleich zu Beginn mit festgehalten und aufgenommen.

Außerdem empfiehlt sich für uns eine Mischung aus eher analytisch-systematischen und eher kreativ-assoziativen Kreativitätsmethoden – insbesondere bei heterogenen Teams, in denen sich die Individuen durch verschiedene Methoden unterschiedlich angesprochen fühlen.

  • Eine eher analytisch-systematische Methode ist beispielweise die „Sechs Denkhüte“ (6 Thinking Hats) Methode nach de Bono. Bei dieser Methode gibt es sechs verschieden farbige Hüte, jeder Hut repräsentiert eine andere Haltung (weißer Hut = objektive Haltung, roter Hut = emotionale Haltung, gelb = optimistische Haltung, grün = kreative Haltung mit neuen Ideen, schwarz = kritische Haltung, blauer Hut = Big Picture Haltung / Gesamtüberblick). Die Hüte werden im Team verteilt (auch mit doppelter Besetzung), und daraufhin wird das Problem entsprechend der Haltung diskutiert. Die Farbe und somit die Haltung aus der die einzelnen Teammitglieder argumentieren, sollte dabei für alle sichtbar sein. So erhält das Team einen strukturierten Überblick, einzelnen Teammitgliedern wird ggf. ein Perspektivwechsel und somit Empathie für andere ermöglicht. Und: Teilnehmenden geben nicht ihr eigenes Feedback, sondern agieren aus der gegeben Rolle – das kann Hemmungen lösen.
  • Eine eher kreativ-assoziative Methode ist die „Superhelden“-Methode. Dabei versetzen sich alle Teammitglieder in die Perspektive anderen Menschen oder Figuren und lassen sich dadurch inspirieren. Beispielsweise kann sich das Team fragen: Was würde Google tun? Was die Queen? Was jemand, der/die Gedankenlesen kann? Die Methode soll helfen, die eigenen gedanklichen Barrieren zu überwinden und nicht zu schnell in ein „ach nein, das geht nicht, weil…“ abzudriften.

Insgesamt hat sich in unserer Arbeitspraxis gezeigt, dass eine Brainstorming Einheit nicht mehr als 60 Minuten dauern sollte – dann ist meist die Luft raus und die Köpfe qualmen. Innerhalb dieser Zeit arbeiten wir meist mit 3 Brainstorming-Methoden, schaffen Austausch und sortieren die gesammelten Ideen zu selbstgewählten Überschriften oder Kategorien.

Und ein paar ganz praktische Tipps für die Entwicklung kreativer Ideen

© denkmodell GmbH

Verwenden Sie pro Idee nur einen Post-It oder eine Moderationskarte – dann können Sie die einzelnen Ideen im Nachgang flexibel umhängen, clustern, etc.Bitte unbedingt auf Bleistifte verzichten (…alles schon erlebt…)! Das kann bei einer Wand voll mit Ideen im Nachgang keine Person mehr erkennen – und ist auch auf Fotos nur schwer lesbar. Nutzen Sie schwarze Filzstifte oder Marker für das Beschreiben der Post-Its.

Ideen entstehen oft bei halbautomatischen Tätigkeiten: Beim Laufen, Fahrradfahren, Wäsche waschen, unter der Dusche etc. Außerdem verknüpfen sich Ideen gern auch mal über Nacht. Versuchen Sie daher, wenn möglich, zwei Brainstorming-Phasen einzubauen – eine an Tag 1 und eine am Morgen des zweiten Tages bei einem zweitägigen Workshop. Schicken Sie die Teilnehmenden dann auch mal vor die Tür, zum Laufen oder auf einen Spaziergang – natürlich immer mit einem Pack Post-It‘s in der Tasche.

Wir hoffen, dieser Blogbeitrag gibt Ihnen sinnvolle Impulse für Ihre nächste Brainstorming-Einheit. Drucken Sie sich gern auch unseren denkmodell „denkzettel“-Brainstorming-Methoden aus – ein kleines Nachschlageheft für den schnellen Impuls bei der praktischen Anwendung. Wir freuen uns, von Ihnen zu hören, wie es gelaufen ist – schreiben Sie uns gern eine Mail oder hinterlassen Sie einen Kommentar.

Im Oktober wird es auch im denkmodell-Trainingsprogramm wieder kreativer: Wir bieten am 25. & 26. Oktober 2018 unser nächstes offenes Training in „Design Thinking in Beratung und Moderation“ an.  Oder HARVARD-Verhandlungsführung am 11. & 12. Oktober 2018, wo es gilt, kreativ gewinnbringende Verhandlungslösungen zu finden. Noch gibt es in beiden Trainings freie Plätze und wir freuen uns auf Ihre Anmeldung.

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